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Das Problem steckt im Detail – und im Mann

Quelle: http://networkedblogs.com/ftzso?ref=nf Christiane Brunner bloggt...

Wer nur in Details denken kann. Wer sich auf Kleinigkeiten konzentriert und deswegen das Ganze leidet, dem fehlt auch der Blick für das Ausmaß seiner Entscheidungen. Anfang der 2000er-Jahre erschien in der Zeitschrift der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) ein Artikel, dass Technikern der Blick fürs Ganze fehlt. Vielmehr wäre diese Branche zu sehr auf Details konzentiert. Darunter würden nicht nur Arbeitsergebnisse leiden – zuviele Details lassen Zusammenhänge von Planungen verschwinden -, sondern auch die Kommunikation untereinander. Technik ist eine von Männern dominierte Branche. Und neurowissenschaftlich ist nachgewiesen, dass Männergehirne einseitig (linke Gehirnhälfte) arbeiten. Es gibt dann nur ein Entweder  und ein Oder. Ein Sowohl-Als-Auch fällt Männern schwer, weil man zu solchen Schlüssen erst kommt, wenn der Hirnbalken aktiv rechte und linke Gehirnhälfte zusammenschaltet – kreativ arbeitende Männer, Künstler etc. ausgenommen, die aufgrund ihrer Tätigkeit ihren Hirnbalken trainieren. Das ist bei Frauengehirnen laufend der Fall. Frauen denken komplexer und in Szenarien, schon allein aus Gründen der Verantwortung für die Erhaltung der Art. Und Szenarien könnten die Detailverliebtheit des Mannes ungemein stören. Motto: Kernschmelze verboten.

Liegt darin vielleicht der Grund, dass Frauen der Zutritt zu wirklich entscheidenden Stellen in Wissenschaft, Forschung, Technik, Wirtschaft und Politik verwehrt bleibt? Mit dem Stresstest für AKWs ist nämlich das Thema ganz und gar nicht vom Tisch. Dieser beruhigt höchstens ein Detail der Angelegenheit, und vielleicht wieder mal die Entscheidungen treffenden Männer. Aber: Die Strahlung bleibt, das Energiegewinnungsproblem durch AKWs bleibt, der Wachstumszwang der Wirtschaft bleibt und unser ausbeutender Lebensstil obendrein.

Was wir brauchen ist:

Eine matriarchale Gesellschaftsstruktur – eine dem Leben dienende Wirtschaft, frei von Wachstumszwang und Besitzgier – ein Tauschmittel, das man nicht anhäufen und vermehren kann (=Absage an das Zins-Schuld-Geldsystem) – ein einfacher Lebensstil – eine Ethik im Umgang miteinander, die Mutter Erde als Lebensraum für alle Lebewesen dieses Planeten akzeptiert und im alltäglichen Handeln berücksichtigt – eine Weltgemeinschaft, die in ihrem Verhalten zeigt, dass sie sich an die Rahmenbedingungen des Lebensraumes Planet Erde anpasst – eine Politik, die das Leben schützt und kriegerische Auseinandersetzungen vermeidet, indem sie früh genug Unterschiede diskutiert und Entscheidungen FÜR das GEMEINWOHL trifft. … und all das, was sich daraus noch an Handlungsrichtlinien ergibt.

 
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Geschrieben von - März 16, 2011 in Bewusstsein, Politik, Zukunft

 

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Supergau in Japan spiegelt Supergau des Wirtschaftssystems

Umwelt- und Lebensminister Nikolaus Berlakovic äußerte sich heute in der ORF Pressestunde besorgt über die Energiepolitik. Man muss sich darauf einstellen, dass in den kommenden 20 Jahren unser Energiebedarf um 40 Prozent steigen wird. Berlakovic sieht keine Alternative zu grünen Technologien und erneuerbarer Energie.

Damit bewegt er sich aber wieder im System. Er stellt den steigenden Energiebedarf nicht in Frage. Nein, er setzt ihn sogar indirekt voraus, indem er diesen mit regenerativen Energieträgern decken will und somit die Chance für neue Arbeitsplätze (Green Jobs) sieht. Wir würden so weiterhin Energie konsumieren und in der Wachstumsökonomie verharren.

Japan hat auf Atomkraft gesetzt, weil es über zuwenig Rohstoffe zur Energieerzeugung verfügt. Und vielleicht ist es auch ein wenig Technik verliebt, was dem Land jetzt auf den Kopf fällt. Es gehört schon eine ordentliche Portion blindes Vertrauen dazu, in einem der seismisch aktivsten Regionen der Welt Atomkraftwerke zu errichten und sie zu  betreiben – abgesehen davon gibt es nirgendwo auf der Welt einen Standort, der AKWs rechtfertigt.

Sicher, man nimmt einen maximalen Störfall an und richtet danach die Sicherheitseinrichtungen aus. Aber ist nicht jedes Superereignisse eine Klasse für sich? Nassim Nicholas Taleb beschreibt im Schwarzen Schwan diese Extremereignisse. Es sind jene unvorhergesehenen Supergaue, die alles andere um sich herum zusammenbrechen lassen. Sei das jetzt an der Börse (siehe Immobilien- und Bankencrash 2008) oder auch im Fall einer Kernschmelze. Taleb kritisiert diese blauäugige Haltung des kapitalistischen Menschen, der, russsischem Roulett gleich, mit seinen Möglichkeiten zockt.

So gesehen ist ein AKW-Unfall eine Mentalitätssache, eine Folge unserer Einstellung zum Leben als menschliche Gesellschaft. Eine Folge eines Wertesystems, das dem Diktat des Geldes alles, aber auch wirklich alles untergeordnet hat. Geld ist schon längst kein Tauschmittel mehr. Es ist Ware geworden, weil die Finanzindustrie (was für ein Wort!) es vermehrt. Geld aus Luft schöpft, wie es Franz Hörmann im Standard-Interview vergangenes Jahr treffend beschrieben hat.

Wir werden als Gesellschaft aber noch keine praktikablen Alternativen zulassen, solange unsere Politik und leider noch zuviele andere Menschen dieses Wirtschaftssystem, das schon längst gesellschaftsbestimmend ist, nicht hinterfragen. Wenn sie nicht bemerken, dass es das System ist, das krankt und beendet werden muss. Doch ein Grundverständnis, wie Geld und Kapitalismus funktioniert, welche Auswirkungen es auf das Ökosystem des Planeten und unser Miteinander hat, fehlt vielen – auch so genannten Eliten. Eine Veränderung wird erst möglich sein, wenn diese Eliten vom System nicht mehr profitieren und ihnen Auswege versperrt werden. Wenn sie erkennen müssen, dass man Geld nicht essen kann.

Mein Mitgefühl gilt allen Japanerinnen und Japanern, die jetzt die Leidtragenden dieses System sind. Vielleicht bedarf es geopolitisch auch eines solchen Ereignisses wie dieses in Japan, um eine Veränderung einzuleiten. Denn es ist bestimmt etwas anderes, wenn ein westliches Land – die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt – mit zig Millionen Menschen von einer atomaren Verseuchung bedroht ist als irgendeine unbekannte Region in Russland, von der man nicht so genau weiß, wo sie wirklich liegt.

 

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Atomwolke und Erdbeben – Grenzen der maßlosen Arroganz westlicher zivilisierter Wachstumsgesellschaft

Wachstumsökonomie – das ist der Zwang, sich in allen wirtschaftlichen Bereichen laufend zu steigern. Umsatz, Umsatz, Umsatz – Profite müssen gemacht werden, weil die Kredite bedient werden müssen. Wer zu klein ist, um diesem Wettlauf nach oben teilzunehmen, wird vom Großen geschluckt. Diese kapitalistische Marktwirtschaft ist wie ein gefräßiger Drache. Und er ermuntert die Kleinen, selbst am Kapitalismus teilzunehmen – kaufen, Konsum, Besitz. Mit allem, was wir konsumieren, heizen wir das System weiter an. Und wir sind damit selbst verantwortlich, wenn Atomkraftwerke ans Netz gehen, da man den Energiebedarf wieder für die Steigerung der Produktion, des Konsums und der damit der Wirtschaftsleistung benötigt.

brennende Raffinerie in Japan, Quelle: nachrichten.de

Wer profitiert davon? Diejenigen, die Kredit gewähren. Und diesen gewähren sie mit Geld, das ihnen nicht gehört. Wer Erspartes zur Bank bringt, gibt der Bank die Möglichkeit, mit diesem Geld andere Menschen zu versklaven und in Abhängigkeiten zu bringen. Dafür erzählt einem die Bank, dass man das Geld für sich arbeiten lassen soll. Weil man damit zu Wohlstand kommt. Wir füttern aber damit das System von Schuldgeld und Ausbeutung zugunsten der Illusion, unbegrenzt wachsen zu können.

“Erst wenn der letzte Fluss vergiftet, der letzte Baum gefällt,… werdet ihr merken, dass ihr Geld nicht essen könnt!” – diese indianische Warnung kennt wohl jeder. Und trotzdem steuern wir auf dieses Szenario zu! Weil niemand wirklich glauben will, dass der Supergau kommt. Angesichts der drohenden atomaren Verseuchung in Japan ist dieser Supergau gar nicht so abwegig. Und das wahre Gesicht der kapitalistischen Wohlstandsgesellschaft zeigte sich gestern: in den Medien behauptete man, dass jedes Erdbeben auch wieder die Konjunktur ankurbelt. Unserer kapitalistische Welt, die so viel Geld wie noch nie zuvor in Umlauf hat, ist jetzt mit Mutter Natur konfrontiert. Strahlung ist ein Naturgesetz, das es zu beachten gilt. Mensch kann Naturgesetze nicht beherrschen, so sehr er das auch möchte – “die Geister die ich rief, werd ich nicht mehr los!”. Mutter Erde und Mutter Natur sind Partner, die wir als solches erkennen müssen. Wir haben uns als Spezies mit beiden zu arrangieren und nicht gegen sie zu kämpfen, weil Natur bedrohlich ist. Was die westliche Welt tut, die sich dem Untertanmachen und  gleichzeitig der christlichen Nächstenliebe verschreibt, ist die völlige Zerstörung der Natur und seiner Lebensgrundlage nur um nach Geld, Profit, Macht, Kontrolle und Konsumwohlstand zu jagen.

Ein solcher Störfall ist gesetzlich nicht vorgesehen! Was für eine Aussage von den Behörden! Fotoquelle: mitwelt.org

Ich bin nicht christlich religiös (lebe nach der Spiritualität der Indigenen Nordamerikas), aber die Tempelaustreibung im Neuen Testament wird höchst notwendig werden, wollen wir uns nicht der Lebensgrundlage berauben. Jetzt spricht man von Radioaktivität, die ausgewaschen wird, wenn die atomare Wolke über den Pazifik ziehen sollte und sich dort “ausregnet”. Die Blasphemie in dieser Behauptung ist, man nimmt an, dass Radioaktivität verschwindet. Wieviel Selbstbetrug liegt in solchen Annahmen? Wieviel Selbstüberschätzung und Realitätsverleugnung zeigt sich damit?! Und was soll finanzielle Hilfe an dieser Situation ändern, von der jetzt gesprochen wird? Das ist abgrundtiefe Verblendung von dem Geld hörig gewordenen Gesellschaften! Und angesichts dieser Situation über jetzt fallende Börsenkurse in Japan noch zu diskutieren, weil die Industrie Schäden durch das Erdbeben erlitten hat, ist vollkommen haltlos. Spiegelt die maßlose Arroganz der westlichen Gesellschaft, die an ihre Wohlstands- und Technologielüge glaubt.

 
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Geschrieben von - März 12, 2011 in Bewusstsein, Wirtschaft, Zukunft

 

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