Kurzes Fazit zu den PROJEKT LIFE Recherchen.
a.) Nachhaltigkeit (=Kreislaufwirtschaft) verträgt sich nicht mit Wachstumszwang eines liberalen Marktes und hat keinen Platz im herkömmlichen System.
b.) Eigene Ausstiegsszenarien müssen geplant und umgesetzt werden. Nur der Einzelne kann, in Gemeinschaft mit Gleichgesinnten, einen wirklichen Wandel hin zum nachhaltigen Lebensstil bewirken. Nachhaltigkeit aus Profitgründen ist keine Nachhaltigkeit für Mutter Erde, weil die Ergebnisse dieser Nachhaltigkeit dem Gewinnstreben eines Unternehmens dienen. Darin liegt auch das Problem, denn Kapitalismus, der auf Wachstum und Effizienz ausgelegt ist, in allem, was möglich ist, eine Ressource oder einen Rohstoff für die Produktion und unternehmerische Handeln sieht.
c.) Damit muss Nachhaltigkeit als Begriff völlig neu definiert werden. Dieser ist viel zu schwammig und wird von Kritikern als völlig unzureichend bezeichnet. Nachhaltigkeit ist, die Welt besser zu verlassen, als man sie vorgefunden hat. Nachhaltigkeit ist, sich um sauberes Wasser, reine Luft, fruchtbare Böden, gesunde Nahrungsmittel, grüne Wälder, lebenswerte Städte und Wohnplätze, eine sinngebende Arbeit, Respekt, Toleranz, Frieden und Nächstenliebe zu kümmern. Würden wir das jeder von uns tun, und sich derartiger Aufgaben widmen, würde die Welt ein wenig anders aussehen.
d.) Wir müssen die uns zur Verfügung stehende Technik für eben diese Form von Nachhaltigkeit wie im Punkt c. beschrieben verwenden. Technik darf nicht dafür verwendet werden, Profite zu steigern und Wege zu finden, die Ressourcen und Rohstoffe auszubeuten. Technik soll uns den Alltag erleichtern, damit wir unsere Talente entwickeln können und uns entfalten.
e.) Wir müssen völlig neue Bildungssysteme erschaffen, mit denen es uns möglich wird, unsere Talente zu entwickeln und zu fördern. Mit denen wir Respekt und Toleranz üben und Freude ins Lernen bringen. Gerald Hüther ist so ein Neurowissenschafter, der darüber schon viele Vorträge und Bücher geschrieben hat. Eine neue Form der Bildung bedarf auch einer völlig neuen Ethik des gemeinsamen Handelns; Kooperationen müssen belohnt werden, Verdrängung und Wettbewerb haben ausgedient und erzeugen nur Sieger und Verlierer.
f.) Wir müssen aufhören, Arbeit als existenzsichernde Beschäftigung in unserem Alltag anzusehen. Arbeit ist der Ausdruck von Talenten. Denn wir leben und das ist Existenzberechtigung genug. Deshalb dürfen auch kein Geld für jene Dinge verlangen, ohne die wir nicht leben könnten. Nahrungsmittel, Wasser, Energie, Wohnen müssen frei sein – so will es die Utopie einer neuen Gesellschaft. So werden wir frei, uns mit jenen Dingen zu beschäftigen, die unser Menschsein und unsere ethische Entwicklung erst zu fördern vermag.
g.) Und zu guter letzt müssen wir uns zusammenfinden, um diese Ideen und Utopien weiter zu denken und sie in die Realität zu bringen. Wir müssen den Mut haben, einfach die alten Strukturen zu verlassen. Damit meine ich das Geld, die Zinswirtschaft, Schulden, Profitgier, ein Euro Jobs, Kriege, Armut und übermäßigen Reichtum, die aktuelle Form von Demokratie, welche nur den Wirtschaftsmächtigen dient und eine neue Ethik der Gemeinschaft.