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Archiv der Kategorie: Umwelt

Müll aus dem Zürcher See

Heute findet im Rahmen von Project Aware eine Entrümpelungsaktion der Gewässer statt. So auch hier am Zürcher See. Die Taucher der Tauchschule Scuba Viva führen diesen Entrümpelungstag übrigens jedes Jahr durch, erklärt mir Bruno von der Tauchschule hier in Zürich.

Ich sprach mit Bruno Tüscher von der Tauchschule in Zürich. Die Taucher bergen jedes Jahr mehrere Tonnen Müll aus dem Zürcher See.

 

Das Kurioseste, was man heute aus dem See holte, war ein Pissoir. Aber auch Fahrräder und Einkaufswagen wurden gefunden. Den meisten Müll machen Gläser, Dosen und verschiedene Gegenstände des Alltags aus. Bruno erzählt mir, dass man heute rund eine Tonne Müll vom Seegrund bergen wird.

Auch dieser Einkaufswagen wurde heute aus dem Zürcher See von Tauchern geborgen. Er ist schon mit Muscheln übersäht.

 
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Geschrieben von - September 17, 2011 in Umwelt

 

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Supergau in Japan spiegelt Supergau des Wirtschaftssystems

Umwelt- und Lebensminister Nikolaus Berlakovic äußerte sich heute in der ORF Pressestunde besorgt über die Energiepolitik. Man muss sich darauf einstellen, dass in den kommenden 20 Jahren unser Energiebedarf um 40 Prozent steigen wird. Berlakovic sieht keine Alternative zu grünen Technologien und erneuerbarer Energie.

Damit bewegt er sich aber wieder im System. Er stellt den steigenden Energiebedarf nicht in Frage. Nein, er setzt ihn sogar indirekt voraus, indem er diesen mit regenerativen Energieträgern decken will und somit die Chance für neue Arbeitsplätze (Green Jobs) sieht. Wir würden so weiterhin Energie konsumieren und in der Wachstumsökonomie verharren.

Japan hat auf Atomkraft gesetzt, weil es über zuwenig Rohstoffe zur Energieerzeugung verfügt. Und vielleicht ist es auch ein wenig Technik verliebt, was dem Land jetzt auf den Kopf fällt. Es gehört schon eine ordentliche Portion blindes Vertrauen dazu, in einem der seismisch aktivsten Regionen der Welt Atomkraftwerke zu errichten und sie zu  betreiben – abgesehen davon gibt es nirgendwo auf der Welt einen Standort, der AKWs rechtfertigt.

Sicher, man nimmt einen maximalen Störfall an und richtet danach die Sicherheitseinrichtungen aus. Aber ist nicht jedes Superereignisse eine Klasse für sich? Nassim Nicholas Taleb beschreibt im Schwarzen Schwan diese Extremereignisse. Es sind jene unvorhergesehenen Supergaue, die alles andere um sich herum zusammenbrechen lassen. Sei das jetzt an der Börse (siehe Immobilien- und Bankencrash 2008) oder auch im Fall einer Kernschmelze. Taleb kritisiert diese blauäugige Haltung des kapitalistischen Menschen, der, russsischem Roulett gleich, mit seinen Möglichkeiten zockt.

So gesehen ist ein AKW-Unfall eine Mentalitätssache, eine Folge unserer Einstellung zum Leben als menschliche Gesellschaft. Eine Folge eines Wertesystems, das dem Diktat des Geldes alles, aber auch wirklich alles untergeordnet hat. Geld ist schon längst kein Tauschmittel mehr. Es ist Ware geworden, weil die Finanzindustrie (was für ein Wort!) es vermehrt. Geld aus Luft schöpft, wie es Franz Hörmann im Standard-Interview vergangenes Jahr treffend beschrieben hat.

Wir werden als Gesellschaft aber noch keine praktikablen Alternativen zulassen, solange unsere Politik und leider noch zuviele andere Menschen dieses Wirtschaftssystem, das schon längst gesellschaftsbestimmend ist, nicht hinterfragen. Wenn sie nicht bemerken, dass es das System ist, das krankt und beendet werden muss. Doch ein Grundverständnis, wie Geld und Kapitalismus funktioniert, welche Auswirkungen es auf das Ökosystem des Planeten und unser Miteinander hat, fehlt vielen – auch so genannten Eliten. Eine Veränderung wird erst möglich sein, wenn diese Eliten vom System nicht mehr profitieren und ihnen Auswege versperrt werden. Wenn sie erkennen müssen, dass man Geld nicht essen kann.

Mein Mitgefühl gilt allen Japanerinnen und Japanern, die jetzt die Leidtragenden dieses System sind. Vielleicht bedarf es geopolitisch auch eines solchen Ereignisses wie dieses in Japan, um eine Veränderung einzuleiten. Denn es ist bestimmt etwas anderes, wenn ein westliches Land – die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt – mit zig Millionen Menschen von einer atomaren Verseuchung bedroht ist als irgendeine unbekannte Region in Russland, von der man nicht so genau weiß, wo sie wirklich liegt.

 

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„Eine andere Welt gestalten! Ein gutes Leben für alle ermöglichen!“

„Eine andere Welt gestalten! Ein  gutes Leben für alle ermöglichen!“ Unter diesen Titel kam gerade eine Presseaussendung von ATTAC Österreich, die ich euch hier im Original zur Diskussion stelle. Quelle: ATTAC, David Walch, presse@attac.at

Anlässlich des 10. Jahrestages seiner Gründung präsentiert Attac Österreich Alternativen für die Transformation unserer Wirtschaft: Die Deklaration: „Eine andere Welt gestalten! Ein gutes Leben für alle ermöglichen!“

Unser Wirtschaftssystem bringt ein noch nie da gewesenes Ausmaß an konzentriertem Reichtum hervor. Gleichzeitig werden immer mehr Menschen von der Befriedigung ihrer Grundbedürfnisse ausgeschlossen und die ökologischen Lebensgrundlagen zerstört. Wirtschaftliche und politische Macht sind – eng verflochten – in den Händen einer kleinen Elite. „Es ist unausweichlich dieses System grundlegend zu hinterfragen und neue Antworten finden. Dabei geht nicht darum, es durch ein anderes theoretisches  „Modell“ zu ersetzen. Kurz- und langfristige Lösungen müssen zusammen gedacht und entwickelt werden“, sagt Attac Obfrau Alexandra Strickner.

Diesen Anspruch formuliert Attac in sieben „Transformationspfaden“ für ein gemeinwohlorientiertes Wirtschaften. „Nicht grenzenloses Wachstum und Profitmaximierung ermöglichen ein gutes Leben für alle Menschen sondern Selbstbestimmung, soziale Gerechtigkeit und ökologische Nachhaltigkeit“, sagt Attac-Mitbegründer Christian Felber.

- Transformationspfad Gemeinwohlorientierte Finanzwirtschaft:

Kurz- und mittelfristig müssen systemrelevante Banken zerteilt, Steueroasen geschlossen, strengere Eigenkapital- und Bilanzierungsregeln, eine Genehmigungspflicht für Finanzprodukte, die Einführung einer Finanztransaktionssteuer umgesetzt werden. Um die Probleme im Finanzsektor grundlegend zu lösen, bedarf es eines gemeinwohlorientierten Finanzsystems mit einem demokratischen und nicht-gewinnorientierten Bankensystem. „Wesentliche Bereiche wie etwa die Altersvorsorge dürfen nicht über Finanzmärkte organisiert werden, die Preisbildung von Rohstoffen oder Wechselkursen muss durch realwirtschaftliche Faktoren und nicht aufgrund von Interessen des Finanzsektors erfolgen“, sagt Attac Mitbegründerin Karin Küblböck.

- Transformationspfad Glokalisierung:
Das nahende Ende fossiler Ressourcen und der Klimawandel machen eine Umgestaltung der Wirtschaft unausweichlich. „Wir benötigen eine ökologisch-verträgliche Wirtschaft der kurzen Wege. „Dafür bedarf es der Stärkung lokaler Wirtschaftskreisläufe, ökologischer und sozialer Kostenwahrheit und gerechter globaler Handels- und Investitionsregeln“, sagt Strickner.

- Transformationspfad Ernährungssouveränität:

Industrialisierte Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion sowie Freihandelsabkommen sind wesentliche Ursachen für zerstörte bäuerliche Betriebe, Ausbeutung von Mensch und Natur, enorme Markt- und Machtkonzentration in den Händen weniger Agrar-, Lebensmittel- und Einzelhandelskonzerne sowie für mehr als eine Milliarde hungernde Menschen. Ernährungssouveränität definiert das Recht von Menschen, ihre Lebensmittel- und Agrarpolitiken selbst zu bestimmen. „Wir brauchen einen Paradigmenwechsel hin zu Ernährungssouveränität – nur so sind gute, gesunde, nachhaltige und für alle Menschen zugängliche Lebensmittel möglich“, sagt Franziskus Forster von AgrarAttac.

- Transformationspfad Umfassende Demokratisierung:
Aufgrund der engen Verflechtung zwischen politischen und wirtschaftlichen Eliten auf nationaler und internationaler Ebene fordert Attac eine umfassende Demokratisierung. Wie wird der Wohlstand verteilt? Wie werden lebenswichtige Ressourcen genutzt? Was wird wie produziert? Demokratie beinhaltet auch umfassende Mitbestimmung beispielsweise in der Schule oder am Arbeitsplatz genauso wie bei öffentlichen Aufgaben und Dienstleistungen oder beim öffentlichen Budget.

Weitere Transformationspfade behandeln die Bereiche Energiepolitik („Energiesouveränität“), die Stärkung von Gemeingütern („Commons“) sowie „menschengerechte Arbeit“.

„Vor 10 Jahren haben wir uns der Herausforderung gestellt dem politischen Mainstream Forderungen zur Regulierung der Finanzmärkte entgegen zu stellen. Heute stellen wir uns der Herausforderung, Ansätze für umfassende Alternativen zu unserem Wirtschaftssystem zu entwickeln“, sagt Strickner.

Attac Deklaration 2010: „Eine andere Welt gestalten! Ein gutes Leben für alle ermöglichen!“
www.attac.at/uploads/media/Attac_Deklaration_2010.pdf

Attac Positionspapier: Alternatives Finanzsystem:
http://www.attac.at/uploads/media/Alternatives_Finanzsystem.pdf

Ernährungssouveränität: Deklaration Nyeleni
http://www.attac.at/uploads/media/Ernaehrungssouveraenitaet_Deklaration_Nyeleni.pdf

 

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Ökodienstleistung der Natur wird berechnet – Teeb

Was soll man von der Teeb-Studie halten? Da gehen Wissenschaftler her und berechnen die “Arbeitsleistung” der Natur. Warum? Weil man damit der Wirtschaft und Politik erklären kann, welchen Wert beispielsweise Artenvielfalt besitzt. Wirtschafter und wohl auch Politiker verstehen schließlich nur die Sprache der Zahlen.

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Geschrieben von - Oktober 26, 2010 in Klimaschutz, Nachhaltigkeit, Umwelt, Wirtschaft

 

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Wälder verkaufen – Budgetlöcher stopfen

Wie heute die Internetplattform Telepolis/heise berichtet, plant Großbritannien den Verkauf von staatlichen Wäldern. Die Käufer sollen das Holz nutzen können, um dann auf den frei gewordenen Flächen Golfplätze, Freizeiteinrichtungen und Ferienanlagen zu errichten. Telepolis bezieht sich in seiner Meldung auf den britischen Telegraph, der auch erwähnt, dass alte Waldbestände, die schon in der Magna Carta von 1215 Erwähnung fanden, unter den Hammer kommen sollen.

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Geschrieben von - Oktober 25, 2010 in Klimaschutz, Umwelt, Wirtschaftskrise

 

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50 Prozent der produzierten Lebensmittel landen auf dem Müll

Zwischen März und Oktober 2009 führte ich Recherchen zum Lebensmittelverbrauch durch. Wieviel landet auf dem Müll, was wird wirklich verkauft. Im Sommer vergangenen Jahres wurden dann in Österreich die Tafeln gegründet. Weil die Sozialmärkte (SOMA) den Bedarf einfach nicht überall decken können. Angesichts der Tatsache, dass rund die Hälfte der produzierten Lebensmittel auf dem Müll landen oder einfach gar nicht geerntet werden (krumme Gurken bleiben auf dem Acker!), ist nun die Doku “Frisch auf den Müll” heute Abend um 23.30 Uhr auf ARD!

Übrigens, indem wir genausoviel wegwerfen, wie wir konsumieren, erhöhen wir damit indirekt auch den Hunger dieser Welt. Je mehr wir verbrauche, umso höher steigen die Preise. Die hohen Preise für Grundnahrungsmittel lassen die Kaufkraft in der Dritten Welt sinken. Profit daraus schlägt der Aktienmarkt und die Lebensmittelbörse – denn je mehr man liefern kann, umso höher die Spekulationsgewinne. Bei Missernten (lassen wir mal Spekulationen über die Beeinflussung von Wetter außen vor, und akzeptieren, dass man das längst beherrscht – siehe Olympische Spiele in China!) steigen die Spekulationsgewinne noch weit höher. Wir haben also nicht nur ein ökologisches und ökonomisches Problem. Die westliche “zivilisierte” Industriegesellschaft darf sich auf höchster Ebene in ihrem ethischen Handeln hinterfragen. Jene Gesellschaft, die das Christentum so gerne ins Rennen wirft, wenn man gegen die “Achse des Bösen” vorzugehen gedenkt.

Beim nächsten Einkauf heißt es also: Jedes Netz Kartoffel, das man kauft, wird auch weggeworfen. Den Preis dafür zahlt der Verbraucher. Kartoffel kosten also doppelt soviel, als dies in Wahrheit der Fall ist. Übrigens habe ich 2009 diese sechs Monate ausgezeichnet von weggeworfenem Obst und Gemüse gelebt. Und im Ausseerland ist bereits Bedarf für einen Sozialmarkt gegeben! In einer der größten Tourismusregionen, in die LEADER-Gelder für die Strukturentwicklung geflossen sind, in der man Arbeitsplätze geschaffen hat.

Hinweis: Am Freitag, den 22.10.2010, findet in der SPES Zukunftsakademie der erste Vortrag zu PROJEKT LIFE statt. Titel: “Gesellschaft im Wandel – Schauplätze der Nachhaltigkeit”. Wo und Wann: Schlierbach, SPES, 19.00 Uhr.

 

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Alpakaland ist mit dabei

Ein weiterer Unterstützer hat sich zu PROJEKT LIFE gesellt: Das Alpakaland Österreich www.alpakaland.at

Alpakawolle ist ein Naturprodukt und reinigt sich von selbst! Das spart Waschmittel, weil man bei Nebel oder Reif den Pullover ins Freie hängen kann. Den Rest besorgt die Natur.

Thomas und ich - wir stoßen auf unsere Alpakapullover an.

Das Alpakaland feiert heute noch sein diesjähriges Hoffest. Man kann die Zuchtherde von über 50 Stück beobachten und sich vom Charme dieser wandelnden Pullover selbst überzeugen. Das Alpakaland ist in Tauplitz/Wörschachwald im Salzkammergut daheim. Dort finden auch laufend Ausbildungen für die Alpakazucht statt. Fundiertes Wissen ist ein Muss, um Freude und Erfolg mit Alpakas zu haben. “Denn das Wissen um diese Tierart ist noch teilweise lückenhaft”, so Thomas Pötsch, der Alpakazüchter in Österreich. Herzlichen Dank für die super Unterstützung!

 

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Giftmüllanlagen, fehlende Informationen und ignorante Bürger

Giftmüllanlagen, fehlende Informationen und ignorante Bürger

02. 09. 2010 | Von: vr – Ein verlinkter Beitrag von The Intelligence.

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Wir, sowohl Privatleute als auch Unternehmen in jeglicher Form, produzieren jährlich tonnenweise Müll. Zumeist, aufgrund giftfreier Bestandteile, landet unser Abfall bei Mülldeponien und in Aufbereitungsanlagen, die in zahlreichen Fällen, folgend durch Recycling,  wieder neue Produkte entstehen lassen können. Müll jedoch, der in seinem Material giftige Elemente enthält, benötigt eine spezielle Behandlung und Entsorgung, so dass Giftmüllanlagen zur Aufbereitung eingesetzt werden müssen. Diese können nicht einfach wahllos gebaut werden, denn viele gesetzliche Bestimmungen müssen eingehalten werden, um Asbest, Dioxin & Co. gefahrenfrei aufbereiten und entsorgen zu können. Doch geht wirklich immer alles mit rechten Dingen zu, wenn ein derartiges Vorhaben geplant wird? Und wie reagieren Bürger, die schlussendlich durch eine solche Anlage ebenso täglich betroffen sind als auch die Umwelt?

Weiterlesen? http://www.theintelligence.de/index.php/enthuellungen/politik-wirtschaft/1390-giftmuellanlagen-fehlende-informationen-und-ignorante-buerger.html

 
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Geschrieben von - Oktober 8, 2010 in Politik, Umwelt

 

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Das Leben dem Profit geopfert – Kommentar

In Ungarn fließt giftige Schlacke aus einem Sammelbecken der Aluminiumindustrie ins Umland. Kommentar eines Experten dazu in der ZIB gestern Abend: “Das ist eine völlig normale Deponie für Rotschlacken, ansonsten befinden sich diese Betriebe in Küstennähe. Warum? Weil man dann die Schlacken im Meer entsorgen kann.” (Den letzten Satz sagte der Experte etwas leiser und mit gesenktem Blick, als sei er sich der Dimension seiner Aussage bewusst.) Es geht aber noch besser: An den Börsen hat man Geschäfte mit Versicherungspolizzen alter Menschen gemacht. Profit gab es, wenn diese innerhalb eines gewetteten Zeitraumes sterben. Die Deutsche Bank war mit dabei.

Es geht in beiden Fällen doch im Grunde ums Leben. Wir produzieren im Bewusstsein, hochgiftigen  Abfall als Nebenprodukt zu erhalten, von dem wir wissen, dass wir damit Lebensraum vernichten, wenn uns der Abfall entkommt. Ähnlich verhält es sich mit der Atomenergie – sauberer Strom und Uranabfall, von dem Deutschland beispielsweise nicht weiß, wohin damit, weil das Zeug über Generationen hinweg strahlt. Und in Ungarn wird jetzt wohl der gesamte Landstrich im Ausmaß von 40 Quadratkilometern unbewohnbar werden. Die Giftstoffe haben bereits die Donau erreicht und bedrohen ein Natura 2000 Gebiet. Österreich verfügt nicht über derartige Alumiumwerke. Nein, es lässt im Ausland fertigen, um hier das Alumium weiter zu verarbeiten. Der TV-Moderator der ZIB2 gestern dazu: “Österreich hat das Umweltproblem einfach ausgelagert.”

Und wenn man dann liest, dass es Börsengeschäfte auf Kosten des Lebens gibt, dann liegt der Schluss nahe, dass der Kapitalismus und seine ihn begleitende Profitgier jetzt endlich die hässliche Fratze zeigt, welche dieser in Wahrheit ist. Denn Geschäfte auf Ableben von Menschen sind genauso ethisch abzulehnen wie die Spekulation auf Ernteausfälle oder bewusste Produktion von Schadstoffen nach dem Motto: Wird schon nix passieren. Die Börsenverluste haben in Wahrheit den stärksten Börsenmonat, den heurigen September, seit 1939 der Wall Street gebracht. Dort, wo der Wohlstand dieser Welt entschieden wird, jongliert man mit Millionenbeträgen und entscheidet damit, wer hungert und wer satt ist, wo Umwelt vergiftet wird und wo sie heil bleibt.

Wir haben den Bezug zu unserem Lebensraum Erde als Folge eines rein mechanischen Weltbildes gänzlich verloren. Wir sind über uns hinaus gewachsen, in dem Glauben, alles beherrschen zu können. Die Natur wird zur Ware, sie wird Rohstofflieferant und soll untertan gemacht werden. Dieses Bezwingen des Lebensraumes (der Natur) entspringt dem anglikanischen Weltbild und hat eine rund 400-jährige Tradition. Mit ihr gemeinsam war es möglich, dass wir auch den Kapitalismus “erfinden” konnten. Diesem Weltbild, das zum Orientierungswissen (=Wertesystem) der westlichen Welt geworden ist, ist zueigen, dass nur jemand, der hart arbeitet, Lohn verdient. Und er muss hart arbeiten, um sich von den Sünden zu erlösen. Die Natur bleibt dabei auf der Strecke, und wird als etwas definiert, dass sich gegen den Menschen wendet. Deswegen sprechen wir von Katastrophen im Zusammenhang mit Natur: Klima-Katastrophe, Natur-Katastrophe, Umwelt-Katastrophe, Flut-Katastrophe usw.

Dass Weltbilder unser Handeln wesentlich beeinflussen, kehrt jetzt langsam ins Bewusstsein der Wissenschaft zurück. Freilich nicht in den Wirtschaftswissenschaften, aber die Sozial- und Kulturwissenschaften stimmen überein, dass Denken und Handeln, Mensch-Umwelt-Beziehungen tief miteinander verwurzelt sind. “…die Auffassung, dass der Mensch als “Krone der Schöpfung” dazu berufen sei, die “wilde” Natur zu zähmen und zu dominieren [zeigt dies deutlich...] Das Christentum vertrat also von Anfang an die Auffassung, dass die Natur dominiert werden müsse.” {siehe Knox, Marston: Natur-Gesellschaft-Technologie. In: Humangeographie. Hrsg.v. Gebhardt, Meusburger, Wastl-Walter. Spektrum: 2008, S.202.}

Übrigens, wer jetzt meint, das wäre polemisch und das Christentum hätte auch Organisationen wie Greenpeace hervorgebracht, der dürfe sich die historische Entwicklung ökologischer Strömungen genauer betrachten. Denn die sogenannten Umweltorganisationen entstammen einer Denke, welche die Natur weiblich interpretiert und “nährende und fürsorgliche Mutter Erde” bezeichnet, und auch mit Kampf gegen das Böse verbunden ist. Diese Wahrnehmung floss dann in H.D.Thoreaus und R.W.Emmersons Philosophie ein, deren Gedankengut später von M. Gandhi übernommen wurde. Heute würde man zu dieser Denkart “New Age” oder “Esoterik” sagen.

Dürfen wir jetzt also davon ausgehen, dass die “Esoteriker”, die sich manchmal als “Krieger des Lichts” bezeichnen, vielleicht doch Recht behalten, wenn sie darauf hinweisen, sorgsamer mit unserem Lebensraum umzugehen? Wenn diese meinen, Geld sei nicht alles und Gold könne man nicht essen – zumindest wenn es sich um Härteres als Blattgold handelt. Und darf dieses Gedankengut nun mehrheitsfähig werden, wenn wir durch Unglücke wie in Ungarn oder dem verwerflichen Handel mit Lebenszeit von Menschen aufmerksam werden, wie hässlich sich liberaler Kapitalismus gebärdet? Oder sitzen wir hier wieder einer (neuen) Ideologie auf, die negative Folgen für Andere, Andersdenkende hervorbringt. Eines ist jedoch sicher. Die Industriegesellschaften haben nicht das Recht, sich Teile dieses Planeten oder gar das Leben anderer anzueignen, indem sie diese zugunsten von Profit zerstören.

 

 

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“Plant for the Planet-Akademien” in Österreich ab November 2010

Zwischen 02.11.2010 und 11.11.2010 finden in Wien und Graz Workshop-Veranstaltungen der Initiative “Plant for the Planet” statt. Dieses Umweltprojekt, das vom jüngsten Umweltaktivisten Felix Finkbeiner gegründet wurde, hat zum Ziel, Bäume gegen den Klimawandel zu pflanzen.

Kinder sind aufgefordert, sich an diesem Projekt weltweit zu beteiligen – die Akademie bietet Einblick in dieses Umweltengagement, das einzigartig ist.

"Stop Talking-Start Planting" - Louise Schmeiser

 
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Geschrieben von - Oktober 5, 2010 in Klimaschutz, Klimawandel, Umwelt, Zukunft

 

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