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Archiv der Kategorie: Armut

Im Abschwung gibt es keine Nachhaltigkeit

“Im Abschwung gibt es keine Nachhaltigkeit” – so die Aussage von Gunter Dueck, mit dem gerade ein Interview mit PROJEKT LIFE vorbereitet wird. In Abschwungphasen würde man rationalisieren, einsparen und auf Effektivität achten. Da hat Luxus keinen Platz und Nachhaltigkeit ist Luxus. Warum? Weil sie nur in Aufschwungphasen mit Innovationen gemeinsam möglich ist.

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Geschrieben von - Oktober 30, 2010 in Armut, Nachhaltigkeit, Wirtschaftskrise, Zukunft

 

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50 Prozent der produzierten Lebensmittel landen auf dem Müll

Zwischen März und Oktober 2009 führte ich Recherchen zum Lebensmittelverbrauch durch. Wieviel landet auf dem Müll, was wird wirklich verkauft. Im Sommer vergangenen Jahres wurden dann in Österreich die Tafeln gegründet. Weil die Sozialmärkte (SOMA) den Bedarf einfach nicht überall decken können. Angesichts der Tatsache, dass rund die Hälfte der produzierten Lebensmittel auf dem Müll landen oder einfach gar nicht geerntet werden (krumme Gurken bleiben auf dem Acker!), ist nun die Doku “Frisch auf den Müll” heute Abend um 23.30 Uhr auf ARD!

Übrigens, indem wir genausoviel wegwerfen, wie wir konsumieren, erhöhen wir damit indirekt auch den Hunger dieser Welt. Je mehr wir verbrauche, umso höher steigen die Preise. Die hohen Preise für Grundnahrungsmittel lassen die Kaufkraft in der Dritten Welt sinken. Profit daraus schlägt der Aktienmarkt und die Lebensmittelbörse – denn je mehr man liefern kann, umso höher die Spekulationsgewinne. Bei Missernten (lassen wir mal Spekulationen über die Beeinflussung von Wetter außen vor, und akzeptieren, dass man das längst beherrscht – siehe Olympische Spiele in China!) steigen die Spekulationsgewinne noch weit höher. Wir haben also nicht nur ein ökologisches und ökonomisches Problem. Die westliche “zivilisierte” Industriegesellschaft darf sich auf höchster Ebene in ihrem ethischen Handeln hinterfragen. Jene Gesellschaft, die das Christentum so gerne ins Rennen wirft, wenn man gegen die “Achse des Bösen” vorzugehen gedenkt.

Beim nächsten Einkauf heißt es also: Jedes Netz Kartoffel, das man kauft, wird auch weggeworfen. Den Preis dafür zahlt der Verbraucher. Kartoffel kosten also doppelt soviel, als dies in Wahrheit der Fall ist. Übrigens habe ich 2009 diese sechs Monate ausgezeichnet von weggeworfenem Obst und Gemüse gelebt. Und im Ausseerland ist bereits Bedarf für einen Sozialmarkt gegeben! In einer der größten Tourismusregionen, in die LEADER-Gelder für die Strukturentwicklung geflossen sind, in der man Arbeitsplätze geschaffen hat.

Hinweis: Am Freitag, den 22.10.2010, findet in der SPES Zukunftsakademie der erste Vortrag zu PROJEKT LIFE statt. Titel: “Gesellschaft im Wandel – Schauplätze der Nachhaltigkeit”. Wo und Wann: Schlierbach, SPES, 19.00 Uhr.

 

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One World Award an Rachel Agola, Hans Herren und Biovision

Am vergangenen Freitag wurde der zweite One World Award in Legau/Allgäu von der Firma Rapunzel verliehen. Der Preis ging heuer an Hans Herren, Rachel Agola und die Biovision Stiftung in Kenai und der Schweiz. Rachel Agola eröffnete ihre Dankesrede mit den Worten: “Ich bin Rachel Agola, Bäuerin aus Kenia und Mutter von fünf Kindern.”

Rachel Agola - Bäuerin aus Kenia und Mutter von fünf Kindern

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Neue Arbeit erst wenn es Armut gibt

Es braucht erst die Katastrophe, dass Neue Arbeit interessant ist. Wir leben nach einem Armutskonzept. Das ist grundfalsch!” – Eine der Stimmen der internationalen Teilnehmer an der Sommerwoche “Arbeit im Wandel” in Schlierbach bei der Zukunftsakademie SPES bringt die Quintessenz dieser Veranstaltung auf den Punkt. Dort, wo Konzepte für Neue Arbeit entstehen, ging die “Katastrophe” voraus. Ob in einer Innenstadt die Gebäude leer stehen müssen, um nach Jahren einer Nutzung für Neue Arbeit zugeführt zu werden, die im ursprünglichen Sinn so nicht geplant war. Oder auch die persönlich prekären Arbeitssituationen von Menschen, die dem Lohnarbeitskonzept nicht mehr entsprechen, sich nicht mehr in dieses System einfinden können oder auch nicht mehr integrierbar sind. Letzteres trifft in zunehmendem Maß die Generation 45 Plus, die sich durch hohe Spezialisierung und guter Ausbildung auszeichnet.

Elektrobike Workshop

Umbau von Fahrrädern bei Otelo

Prekäre Einkommens- und Arbeitssituationen sind also nicht mehr die Sache von mangelnder Bildung. Die Neue Arbeit Konzepte in Österreich (Otelo in Gmunden, Zentrum für Neue Arbeit-Neue Kultur im Wienerwald West/Neulengbach oder in der Marktgemeinde Ottensheim) zeigen deutlich auf, dass man Menschen damit Arbeitsmöglichkeiten schafft, die sie im herkömmlichen System nicht oder nur mehr schwer finden. Da wird beispielsweise beim Projekt Otelo in Gmunden ein Solarkocher entwickelt, mit dem auch die Entsalzung von Wasser möglich ist. Da entsteht in Kooperation ein Roboter, der u.a. aus Holzbauteilen besteht. Da findet ein Workshop statt, bei dem alte Fahrräder in Elektrobikes für 250,00 Euro umgebaut werden. Geht das alles mit Menschen, die einen Mangel an Bildung aufweisen?

Dass Bedarf an Zentren für Neue Arbeit entsteht, zeigt auch ein Bericht in der ARD vom 12. Juli 2010. Armut greift in alle gesellschaftlichen Schichten ein. Neue Arbeit kann vorbeugen, dass der Griff in die Mülltonne vor dem Würstelstand überflüssig wird. Denn es gibt einen EU-Topf, der sozial orientiert ist, in Österreich die Gelder daraus aber nicht abgeholt werden. Man müsste sich dazu stärker Länder übergreifend vernetzen – so die Aufforderung der Teilnehmer, denn die Projektbeispiele für Neue Arbeit spielen im Handlungsumfeld von Prekariat und Armut.

Vielfalt statt Strukturstarre. Die internationale Teilnehmerschaft an der Sommerwoche der SPES geht mit Motivation hinaus zu ihren eigenen Projekten. “Der Geist der Neuen Arbeit macht Mut, ihn in der praktischen Knochenarbeit umzusetzen.” Der Mut der Menschen ist aber auch angesprochen, die Probleme sehen zu wollen, welche die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung hervorbringt. Mut, herkömmliche Finanzierungs- und Organisationsstrukturen zu verlassen und auf die Bedürfnisse vor Ort zu reagieren. Denn das Fazit dieser Sommerwoche allgemein war: Kein Neue Arbeit Projekt gleicht dem anderen. Jedes für sich ist eine einzigartige Entwicklung mit einzigartiger Organisationsstruktur und Finanzierung.

"Glücklich und überfordert zu gleich - ein sehr interessanter Zustand."

 

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Begeisterung statt Ausbeutung

“Es darf nicht bei einer Elite bleiben, das zu tun, was man wirklich will.” Der Philosoph Frithjof Bergmann diskutierte mit Neurowissenschaftler Gerald Hüther über das Problem des gegenwärtigen Bildungssystems und der Gesellschaft. Als offener Dialog sprachen sie am 20. Juli 2010 in der Zukunftsakademie SPES in Schlierbach über das Hauptkennzeichen von Schule und Gesellschaft: “Seit 2000 Jahren verfolgen wir unsere Strategien als Ressourcen-Ausnutzer. Dazu bekommt man den Auszunutzer-Geist und Ausnutzer-Haltung. Das kann man besser, indem man alles kontrolliert und alle Hierarchien von oben nach unten baut. Am Ende ist die Stechuhr im Betrieb um alle Ressourcen auszunutzen. Das ist überall. Ressourcenausnutzerei bis zum Umfallen.” Read the rest of this entry »

 

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Viel Fake um Nachhaltigkeit

Im Zuge der Vorrecherchen kommen immer interessantere Details ans Licht. Wir werden uns die Ausrüster für das PROJEKT LIFE und die Initiativen generell sehr genau ansehen. Der Spiegel berichtet beispielsweise, dass Outdoor-Ausrüster das Prädikat “Nachhaltigkeit” führen, doch in Wahrheit zumeist die Arbeitsbedingungen in der Herstellung der Produkte jeglicher Nachhaltigkeit entbehren.

Was also mit Naturverbundenheit wirbt, geht oftmals zulasten sozialer Nachhaltigkeit und der Menschen, die zu Minimallöhnen teure Superbekleidung für die westliche Erlebnis-Gesellschaft herstellt. Wer sich generell näher damit auseinandersetzen möchte, dem sei die Initiative “Saubere Kleidung” vielleicht ein Besuch wert.

 

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