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Langsam kommt PROJEKT LIFE zum Ende

13 Mar

Als ich 2010 im Sommer mit PROJEKT LIFE begann, hatte ich noch die Idee und den festen Vorsatz, über nachhaltige Projekte zu berichten. Ich wollte auch reisen und meine Reportagen teilweise vom Ausland aus schreiben, sie über diesen Blog der Welt zugänglich machen. Dann kam vieles anders. Ich war im ersten halben Jahr des Projektes noch fleißig unterwegs, hatte erste Kontakte ins Ausland zu nachhaltigen Initiativen geknüpft. Jedoch brachte der Jahreswechsel 2010/2011 ein ernüchterndes Ergebnis. dieser Vorrecherchen. Nämlich: Nachhaltigkeit ist ein Wirtschaftszweig, nur eine andere Form des Profitmachens. Ein weniger ausbeuterischer Lebensstil passt so gar nicht in unsere Auffassung von Wirtschaft und Welt. Wir nennen das Kind “Marktwirtschaft” nur ein wenig anders – das grüne Mascherl soll über die eigentliche Ausbeutung und den Zwang wirtschaftlich wachsen zu müssen hinwegtäuschen.

Ich wollte alles hinwerfen, rappelte mich dann auf, das Welttagebuch loszusenden. Davon gibt es jetzt einige Exemplare, die irgendwo zwischen Europa, Asien und Mexiko unterwegs sind. Vielleicht findet das eine oder andere wieder seinen Weg zurück nach Österreich. Vielleicht bleiben sie aber auch dort, wo sie gerade sind. Ich weiß es nicht.

Nun ein Jahr nach der Idee mit dem Welttagebuch möchte ich mit PROJEKT LIFE langsam zum Ende kommen. Ich hatte geplant, diese Sache, über Nachhaltigkeit zu schreiben und Projekte zu besuchen, bis zum 21. Dezember 2012 durchzuführen. Sehe aber jetzt wenig Sinn mehr darin, etwas unnötig hinaus zu zögern, was die grundlegende Erkenntnis des Projektes nicht mehr wesentlich beeinflussen kann.

Diese Erkenntnis besagt, dass wir unsere Einstellung als westliche Gesellschaft grundlegend ändern müssen. Wir müssen von unserem hohen Ross einer selbsternannten Vorreiterrolle in Wirtschaft, Wissenschaft, Technik und Demokratie herunterkommen. Oder wir werden von unserem eigenen Hochmut abgeworfen werden - die Zeit wird es zeigen, was passiert. Eine solche Erkenntnis schmeckte so manchen meiner Gesprächspartner nicht wirklich. Man empörte sich, beteuerte, dass diese Welthaltung nur Gutes hervorgebracht hat oder man lehnte generell diese Welt im Gespräch mit mir ab, stieg aus, lebt als “Öko-Wuzzi” und nimmt damit eine Sonderstellung ein. Diese Welt verträgt keinen Raubbau und keine Ausbeutung. Was wir als euroamerikanische Gesellschaft dieser Erde antun verträgt kein Ökosystem, nirgendwo im Universum. Wir kommen um diese bittere Erkenntnis einfach nicht herum. Da können wir uns zurückziehen, aussteigen und laut plärren, dass das alles ja nicht so schlimm ist, wie wir wollen. Wir müssen raus aus unserem Kontrollwahn, diese Welt mit unserem Verständnis von Wohlstand, Wachstum, Wirtschaft und Demokratie zwangszubeglücken.

Manche Soziologen meinen, wir wären an einem bedeutenden Punkt der Menschheit und ihrer Entwicklung angelangt. Es liegt an uns, unsere Errungenschaften für ein gutes Leben oder gegen uns selbst einzusetzen. Wir tun aktuell letzteres. Denn ein gutes Leben kann nur Platz auf dieser Erde erhalten, wenn wir Machtkämpfe und den täglichen Wettstreit um Anerkennung, Einfluss, Karriere, Wachstumsvorteile und Liebe beenden. Es geht nicht darum, all diese Formen von Energie von anderen Menschen oder Ressourcen zu beziehen. Unser Raubbau an der Natur und auch an uns selbst muss uns bewusst werden und wir haben ihn zu beenden.

Die Energie, die uns alle völlig kostenlos und selbstverständlich versorgt, ist um uns herum: es ist die Natur, die Sonne, der Mond, ein gesunder Boden, saubere Luft, reines Wasser. Wenn wir diese Schönheit endlich begreifen und als unsere Kraftquelle zu nützen bereit sind, dann erst wird wirkliche echte Nachhaltigkeit auf diesem Planeten möglich sein.

Wir können etwas ändern. Jeder von uns kann täglich diese Energie der Natur begreifen und anwenden lernen. Jeder von uns kann aber auch die Augen vor den immer weiter wachsenden Problemen unserer Welt verschließen und Kriege, Konflikte, Machthunger, Korruption, Gier, Profitstreben, Armut, Hunger als scheinbar gegebenes Naturgesetz anerkennen. Es liegt in unserer Verantwortung, damit aufzuhören und eine völlig neue, respektvolle Lebenshaltung uns und diesem Planeten gegenüber im Alltag zu leben. Wenn wir derart Vorbild sind, hat die nächste Generation, die jetzt gerade heranwächst, die Chance, einen enormen Evolutionssprung der Menschheit zu vollziehen. WIR haben genau diese Zukunft in unserer Hand!

PROJEKT LIFE will zu Ende kommen. Vielleicht stelle ich in den kommenden Wochen noch den einen oder anderen Kommentar auf diese Webseite. Ich werde mich meinem neuen Buch widmen, die Arbeit dazu hat schon begonnen.

Und ich kann allen Lesern dieses Blogs die Empfehlung abgeben, sich von den eigenen Kontrolldramen zu verabschieden und zu begreifen, was wir wirklich sind. Nämlich spirituelle Wesen, eingebettet in eine göttliche Schöpfung für die wir endlich Verantwortung zu übernehmen haben. Um zu dieser Erkenntnis zu gelangen waren keine Besuche bei nachhaltigen Projekten und Wirtschaftsformen nötig. Es war nur die Lektüre von James Redfields “Prophezeiungen von Celestine” und die dazugehörenden Handbücher nötig. Und die eine oder andere Bemerkung einer Vandana Shiva, eines Percy Schmeisser oder eines ganz normalen Menschen da draußen auf der Straße – sie alle sprachen dann und wann von Demut vor der Schöpfung.

Ich lasse nun den Blog hier auslaufen. Er bleibt noch bis Ende 2012 online. Und ich bedanke mich bei den tausenden treuen Lesern. Ich bedanke mich auch bei jenen Menschen, die ich im Rahmen dieses Projektes kennenlernen durfte. Ich habe durch viele Fügungen und Begegnungen gelernt, konnte mich selbst weiter entwickeln. So danke ich auch den Unterstützern von PROJEKT LIFE, die mich mit Material und mit Gesprächen gesponsert haben. Herzlichen Dank dafür!

Ich wünsche euch allen jene Energie, die von all der Schönheit dieses Planeten ausgeht und mit der wir uns für unsere Generationenaufgabe stärken können. Diese Aufgabe liegt in einem mutigen Kampf für Demokratie, Frieden, interkulturelle Toleranz, Freiheit, Menschlichkeit und zutiefste Demut gegenüber der Schöpfung von Mutter Erde.

In diesem Sinn – wir sind alle ein kollektives Wesen mit einer kollektiven Aufgabe, Mutter Erde zu erhalten und zu beschützen.

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1 Kommentar

Geschrieben von - März 13, 2012 in PROJEKT LIFE

 

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Eine Antwort zu Langsam kommt PROJEKT LIFE zum Ende

  1. gogofishgreen

    April 22, 2012 at 6:07 nachmittags

    Was? Du willst aufhören, nein bitte bleib dran! You are a warrior for mother earth and have the energy to engage people to useful activities – keep the recommendations flowing and our role models present – as long as there is clean air left to nourish upon, the amazone’s sword can swing.

     

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