Das Neue Arbeit Projekt “Otelo” in Gmunden präsentiert sich als erziehungsfreie Zone der Innovation. Die Betreiber betonen, dass es ohne jeglicher herkömmlicher Strukturen für arbeitsmarktpolitische Maßnahmen auskommt. Es gibt keinerlei Anwesenheitspflichten oder Vorschriften anderer Art. Vielmehr findet ein Höchstmaß an Kreativität und Innovation bei Otelo statt.
Vom Kloster zum Technologiezentrum. Otelo ist im ehemaligen Kapuzinerkloster von Gmunden angesiedelt. Ein Teil des Klostertraktes wurde von der Stadt Gmunden gepachtet, nachdem diese die Räumlichkeiten keiner anderen wirtschaftlichen Verwendung zuführen konnte. “Die Pläne der Stadt für das Kloster, das seit 40 Jahren leer steht, waren unfinanzierbar.”, so erfährt man von den Betreuern des Neue Arbeit Projektes “Otelo”, das mit dem Philosophen Frithjof Bergmann mit entwickelt wurde. Damit spricht man ein Thema an, das viele Städte teilen: die Schwierigkeit, alte Stadtteile zu nützen und die Unfinanzierbarkeit dieser Nutzung im herkömmlichen Sinn (Stichwort: Stadtmarketing soll leerstehende Gebäude wiederbeleben).
Wirklich wirklich wollen – Nodes. Otelo bietet Menschen, die im Sinne Bergmann´s etwas tun wollen, was sie “wirklich wirklich wollen” einen Raum für die Entfaltung ihrer Ideen, einen Raum zum Nachdenken, Forschen, Entwickeln. Die so genannten “Nodes” stellen Nester der Entwicklung dar. So ensteht im “Robo-Node” ein Roboter, der aus Holzbauteilen gefertigt wird. Ein anderes “Node” entwickelt einen Solarkocher, der eine Leistung von 700 bis 800 Watt bringt und zur Wasserentsalzung ebenfalls verwendet werden kann. Daneben bietet man Workshops zu Alltagsbezogenen Themen an. Im September findet ein Workshop zum Lehmbau statt. Man will mit Modulbausteinen eine günstige Form des Wohnbaus mit Lehm erarbeiten, der in der Dritten Welt zur Anwendung kommen kann.
