Wenn wir wirklich in eine neue Gesellschaft wollen, dann bedarf es eines großen Maßes an Selbstreflektion. Die beiden Gastreferenten aus Deutschland versuchten das wohl bei den kommunalpolitischen Sommergesprächen zu vermitteln (Staehler und Biedenkopf). Das Echo aus dem Publikum ist geteilt – manche meinten, dass nicht alle wirklich verstanden hätten, um was es im Grunde geht. Nämlich den Demokratieverlust infolge Hierarchien und Machtansprüchen. Aber das lässt sich leichter beim Würstel in der Pause äußern als im Rahmen der Diskussion. Und man gelangt somit höchstens zu Gleichdenkenden als an jene Adresse, die eine derartige Rückmeldung benötigen würde um eine neue Gesellschaft zu formen. Read the rest of this entry »
Archiv für den Monat Juli 2010
Fekter in Bad Aussee – PROJEKT LIFE mit dabei wegen Thema “neue Gesellschaft”
Gerade bin ich im Kurhaus in Bad Aussee eingelangt. Heute findet der Abschluss der kommunalen Sommergespräche mit folgenden Themen statt:
10.00 – 11.30 Uhr ein Impulsreferat: “Kommunale Selbstverwaltung. Steinbruch für die Staatssanierung?” von Magnus Staehler (Bürgermeister der Stadt Langenfeld, Deutschland Nordrhein-Westfalen)
11.30 – 13.00 Uhr die Podiumsdiskussion: “Haben die Kleinen (noch) eine Chance? Im Spannungsfeld zw. Wohlfühlgemeindeund Sparbudget”. mit Maria Fekter, Kurt Gassner, Helmut Mödlhammer, Magnus Staehler; moderiert von Hans Bürger (ORF).
Was sich gestern schon heraus kristallisierte wird heute fortgesetzt. Siehe Blogeintrag von gestern Abend!
Wer mit dabei sein will, was besprochen wird, bitte auf Facebook in mein Profil gehen: Angelika M. Wohofsky.
Kommunen lechzen nach Geld
Ich war heute bei den kommunalen Sommergesprächen in Bad Aussee mit dabei. Teilweise habe ich live über Facebook darüber berichtet. Alles in allem erscheint ein zentrales Bild der Situation: Ausweglosigkeit. Und wer nicht wagt, über den Tellerrand zu blicken, kann kaum Lösungen erkennen. Die Kassen sind nämlich spätestens 2013 in allen österreichischen Gemeinden leer. Read the rest of this entry »
Fotos von “Arbeit im Wandel”
der Fotostream ist online
http://www.flickr.com/photos/projekt-life/sets/72157624447020629/
Viel Freude beim Betrachten. Redaktionen können hoch auflösende Fotos im RAW-Format erhalten. Anfrage bitte auf mail@wohofsky.at
Herzlichen Dank nochmals an die SPES, dass ich bei dieser spannenden Woche teilnehmen durfte!
Neue Arbeit erst wenn es Armut gibt
“Es braucht erst die Katastrophe, dass Neue Arbeit interessant ist. Wir leben nach einem Armutskonzept. Das ist grundfalsch!” – Eine der Stimmen der internationalen Teilnehmer an der Sommerwoche “Arbeit im Wandel” in Schlierbach bei der Zukunftsakademie SPES bringt die Quintessenz dieser Veranstaltung auf den Punkt. Dort, wo Konzepte für Neue Arbeit entstehen, ging die “Katastrophe” voraus. Ob in einer Innenstadt die Gebäude leer stehen müssen, um nach Jahren einer Nutzung für Neue Arbeit zugeführt zu werden, die im ursprünglichen Sinn so nicht geplant war. Oder auch die persönlich prekären Arbeitssituationen von Menschen, die dem Lohnarbeitskonzept nicht mehr entsprechen, sich nicht mehr in dieses System einfinden können oder auch nicht mehr integrierbar sind. Letzteres trifft in zunehmendem Maß die Generation 45 Plus, die sich durch hohe Spezialisierung und guter Ausbildung auszeichnet.
Prekäre Einkommens- und Arbeitssituationen sind also nicht mehr die Sache von mangelnder Bildung. Die Neue Arbeit Konzepte in Österreich (Otelo in Gmunden, Zentrum für Neue Arbeit-Neue Kultur im Wienerwald West/Neulengbach oder in der Marktgemeinde Ottensheim) zeigen deutlich auf, dass man Menschen damit Arbeitsmöglichkeiten schafft, die sie im herkömmlichen System nicht oder nur mehr schwer finden. Da wird beispielsweise beim Projekt Otelo in Gmunden ein Solarkocher entwickelt, mit dem auch die Entsalzung von Wasser möglich ist. Da entsteht in Kooperation ein Roboter, der u.a. aus Holzbauteilen besteht. Da findet ein Workshop statt, bei dem alte Fahrräder in Elektrobikes für 250,00 Euro umgebaut werden. Geht das alles mit Menschen, die einen Mangel an Bildung aufweisen?
Dass Bedarf an Zentren für Neue Arbeit entsteht, zeigt auch ein Bericht in der ARD vom 12. Juli 2010. Armut greift in alle gesellschaftlichen Schichten ein. Neue Arbeit kann vorbeugen, dass der Griff in die Mülltonne vor dem Würstelstand überflüssig wird. Denn es gibt einen EU-Topf, der sozial orientiert ist, in Österreich die Gelder daraus aber nicht abgeholt werden. Man müsste sich dazu stärker Länder übergreifend vernetzen – so die Aufforderung der Teilnehmer, denn die Projektbeispiele für Neue Arbeit spielen im Handlungsumfeld von Prekariat und Armut.
Vielfalt statt Strukturstarre. Die internationale Teilnehmerschaft an der Sommerwoche der SPES geht mit Motivation hinaus zu ihren eigenen Projekten. “Der Geist der Neuen Arbeit macht Mut, ihn in der praktischen Knochenarbeit umzusetzen.” Der Mut der Menschen ist aber auch angesprochen, die Probleme sehen zu wollen, welche die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung hervorbringt. Mut, herkömmliche Finanzierungs- und Organisationsstrukturen zu verlassen und auf die Bedürfnisse vor Ort zu reagieren. Denn das Fazit dieser Sommerwoche allgemein war: Kein Neue Arbeit Projekt gleicht dem anderen. Jedes für sich ist eine einzigartige Entwicklung mit einzigartiger Organisationsstruktur und Finanzierung.
Begeisterung statt Ausbeutung
“Es darf nicht bei einer Elite bleiben, das zu tun, was man wirklich will.” Der Philosoph Frithjof Bergmann diskutierte mit Neurowissenschaftler Gerald Hüther über das Problem des gegenwärtigen Bildungssystems und der Gesellschaft. Als offener Dialog sprachen sie am 20. Juli 2010 in der Zukunftsakademie SPES in Schlierbach über das Hauptkennzeichen von Schule und Gesellschaft: “Seit 2000 Jahren verfolgen wir unsere Strategien als Ressourcen-Ausnutzer. Dazu bekommt man den Auszunutzer-Geist und Ausnutzer-Haltung. Das kann man besser, indem man alles kontrolliert und alle Hierarchien von oben nach unten baut. Am Ende ist die Stechuhr im Betrieb um alle Ressourcen auszunutzen. Das ist überall. Ressourcenausnutzerei bis zum Umfallen.” Read the rest of this entry »
Arbeit im Wandel – Sommerwoche in Schlierbach
Morgen geht es für PROJEKT LIFE richtig los. In Schlierbach findet diese Woche die Tagung “Arbeit im Wandel” bei der Zukunftsakademie SPES statt. Internationale Größen wie der Philosoph Frithjof Bergmann und der Neurobiologe Gerald Hüther von der Universität Göttingen werden morgen anwesend sein. Thema morgen ist “Gesellschaft und Bildung”. Am Freitag wird PROJEKT LIFE auf dieser Tagung, die als “Sommerwoche” läuft, selbst vorgestellt.
Wer Fragen an Frithjof Bergmann hat, die ich ihm stellvertretend stellen kann, möge sich hier im Kommentar oder auf Wikispace (siehe Link oben) melden. Gerne gebe ich dann die Antworten hier im Blog bekannt.
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Gogofish, die Schweizer Wissensdrehscheibe um Nachhaltigkeit, übernimmt jetzt offiziell das Fundraising für PROJEKT LIFE. Informationen dazu direkt bei Ellen Peitz anfordern. Die neue Webseite von Gogofish ist noch in Arbeit und wird vermutlich in zwei Wochen in neuem Glanz erstrahlen.
Mitdiskutieren für PROJEKT LIFE
PROJEKT LIFE hat ein Wikispace eröffnet. Jetzt kann jede und jeder mitdiskutieren, Fragen stellen und Anregungen hinterlassen.
Wünsche, die Berichte und Artikel betreffend, können dort auch abgegeben werden – was den Inhalt beispielsweise betrifft. Derzeit ist das Thema “Neue Arbeit – Neue Kultur – Neue Gesellschaft” zur Diskussion gestellt. Dazu findet eine Tagung bei der SPES in Schlierbach in der kommenden Woche statt. PROJEKT LIFE wird dort vorgestellt und es wird über die Tagung, die den Titel “Arbeit im Wandel” trägt auch berichtet.







