Meine Freundin brachte von ihrem Indien-Aufenthalt viel Interessantes mit. Ich sehe, es hat ihr gut getan, denn die indische Gesellschaft praktiziert viel Weisheit, solange sie noch vom Kapitalismus weitgehend unberührt bleibt und wir sie als „entwickelte Gesellschaft“ so akzeptieren, wie sie ist. Sie meinte sogar, wir wären als Gesellschaft „verwahrlost und bequem“. Sie zog diesen Schluss aus ihrer Teilnahme an einer Ayurvedaausbildung und ihren Erfahrungen mit der Hygiene und der Körperpflege.
Die Toiletten in Indien verfügen über kein Papier, dafür wird mit der linken Hand und Wasser gereinigt – mit der rechten Hand wird gegessen. Ich stelle dabei die übrigen Hygienebedingungen hier nicht in ein beschönigendes Licht. Wir haben aber die Technik – siehe dazu auch das hier eingestellte Video -, mit Abwasser innovativ umzugehen. Mir ist nur die Betonung wichtig, dass man sich selbst täglich mit Wasser reinigen soll. Im Ayurveda ist dafür das Einölen des eigenen Körpers vor dem Duschen (zieht die Giftstoffe aus der Haut), das Zähneputzen und Schneuzen und Aushusten von Schleim und die Mund- und Nasenspülung mit Öl jeden Tag am Morgen nach dem Aufstehen vorgesehen.
Wir sollten durchaus über diese Hygienemöglichkeiten nachdenken, bevor wir zu chemischen und sythetischen Produkten greifen. Denn der Umstand, die Welt beherrschende Wirtschaftsmacht zu sein, berechtigt uns nicht, über alternative Methoden von vornherein abwertend zu urteilen.
http://videos.arte.tv/de/videos/indien_wie_die_toilette_die_menschen_befreit-3139452.html – Hier der Bericht auf ARTE zur Toilette, die Energie liefert.